21.09.2010 - 10:58Uhr:

Die 180° Wendung...

So, endlich finde ich mal wieder etwas Zeit um euch mit News zu versorgen. Eigentlich würde ich lieber schlafen, aber ich bin ja pflichtbewusst und weiß, dass ihr schon sehnsüchtig auf einen neuen Blogeintrag wartet. Die letzten Tage waren ziemlich aufregend und nervenaufreibend. Bin jetzt krank und total übermüdet, aber es kann ja nur besser werden ;)

Am Donnerstagabend war erstmal Abschiednehmen angesagt. Kaila und Harley mussten Freitag logischer Weise in die Schule und somit haben wir uns nicht mehr gesehen. Es war schon traurig die letzten Fotos zu schießen und Goodbye zu sagen. Am nächsten Morgen hat Katie Corey und Ryder dann in den Park entführt und war somit auch nicht da, als ich abgeholt wurde. Die Verabschiedung war daher auch nicht so schön, da Corey anscheinend dachte, er dürfe nicht mit in den Park... Schade eigentlich aber was solls. Als ich schließlich abgeholt wurde war nur Garth da, der sich aber sehr nett verabschiedet hat. Das Zimmer hatte ich den ganzen Morgen über blitzblank geputzt (so wie man es mir schriftlich aufgetragen hatte -.-' ) - naja, sofern das möglich war - und meine Taschen waren ebenso wie ich bereit zum Abreisen. Auf ging es nach Hamilton zum Busbahnhof und von dort aus weiter nach Auckland. Dort angekommen wurde ich (wenn auch nach fast einer Stunde Wartezeit ^^) von Teresas Gastfamilie, die gerade zu Besuch in Auckland war, abgeholt und zum Hostel gebracht. Das hat mir das Stadtbusfahren und einige Schlepperei mit den Koffern erspart ;) Im Hostel hat bereits Andrea gewartet, die Donnerstag und Freitag einige Treffen mit potentiellen Gastfamilien in Auckland hatte und daher jetzt auch ins Hostel gezogen ist. Das Hostel war das schlechteste, in dem wir je waren, und als wir dann auch noch aufgrund unseres Besuches rausgeschmissen wurden, haben wir uns schon ganz schön verarscht gefühlt. So mussten wir also bei Sturm und Regen raus auf die Straße und uns dort irgendwo ein Café oder ähnliches suchen. Auf dem Weg dahin wären wir auch noch fast gestorben, denn ein riesen Stahltor war eher "suboptimal" geschlossen und wurde durch den Sturm regelrecht zu einem Geschoss, das geradewegs auf uns zuraste. Wir sind dann schnell zur Seite gesprungen um uns vor einer höchstwahrscheinlich schmerzhaften Kollision zu retten. Dummerweise war unter meinem Fuß eine Metallabdeckung, die durch den Regen ziemlich glitschig war, und somit lag ich dann auch noch fast vor einem Auto. Klasse. Glücklicherweise haben wir diese Attacke zwar mit einem Schock aber unverletzt überstanden ;) Wir haben dann in einem gemütlichen Restaurant gegessen und sind dann weiter in ein Café gezogen, wo wir eine Runde Phase 10 gespielt haben. Und JA, ich habe gewonnen!! :D Hehe! Danach war es höchste Zeit fürs Bett, denn - wie ihr euch sicher vorstellen könnt - waren die Nächte zuvor nicht wirklich erholsam und somit wollte ich einfach nur schlafen. Leider wurde auch in dieser Nacht nichts daraus, denn ich war in Gedanken viel zu sehr bei den beiden anstehenden Treffen mit den Gastfamilien. Am nächsten Morgen war ich dementsprechend unausgeschlafen und konnte auch nicht wirklich irgendetwas essen. Wir haben uns dann auf den Weg in ein anderes Hostel gemacht, da wir uns in dem anderen nicht wirklich wohl gefühlt haben. Das andere war nur ein paar Straßen weiter und hatte kostenlosen Internetzugang. Leider waren die paar Straßen die wir laufen mussten ziemlich hügelig und somit mussten wir mit all unserem Gepäck einen steilen Berg hoch. Und das in meinem eh schon schlechten Zustand. Na toll! Endlich am anderen Hostel angekommen wollte ich nur noch duschen und wieder ins Bett, aber leider war es schon 10 Uhr und somit Zeit für das erste Treffen. Die Mutter hat mich zusammen mit ihrer Tochter abgeholt und mit nach Hause genommen. Dort habe ich den Mann und die beiden Jungs kennengelernt. Irgendwie hatte ich schon von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei der Geschichte und spätestens als ich mein "Bad" gesehen habe, war für mich die Sache entschieden. Meine Dusche und mein Klo befanden sich nämlich in der Garage und wurden nur von ein paar Spanplatten verdeckt. Oh mein Gott! Zwar hatte die Familie einen Pool, aber auch das konnte nichts mehr retten. Die Familie fand mich hingegen anscheinend ziemlich gut und wollte mich auch gleich "verpflichten". Ein ziemlich unhöflicher Versuch mich zu ihrem neuen Au Pair zu machen hat sie dann auch noch ziemlich unsympatisch gemacht. Alles in Allem: Nein danke!
Die zweite Familie habe ich dann am Nachmittag getroffen. Auch sie haben mich abgeholt und mit nach Hause genommen, damit ich mir alles anschauen konnte. Bereits am Anfang hatte ich hier ein gutes Gefühl. Der Vater ist super lustig und reißt gerne mal den ein oder anderen dummen Spruch - ganz mein Niveau ;) Das Haus ist ohne Frage der Wahnsinn und auch die Mutter stellte sich nach den ersten Wortwechseln als nett heraus. Die Entscheidung fiel mir relativ leicht und auch die Familie hat sich gleich für mich entschieden und somit wurde ich dann am Sonntagmorgen abgeholt und bin in mein neues Zu Hause eingezogen.
Ich lebe jetzt mit Karl, Roslyn, Oliver (4 1/2) und Thomas (1 1/2) in Albany. Außerdem gehören zu der Familie eine Katze namens Peppa und zwei Hunde namens Zippy und Maggie, wobei Maggie die unangenehmste ist. Sie ist ein Dobermannwelpe und für einen Welpen leider schon ziemlich groß - Dobermann halt. Somit hat sie ihren Körper nicht 100% unter Kontrolle und wenn sie springt und rennt ist das schon ganz schön ungestühm. Genau das Richtige für einen "Hundefan" wie mich :D Nicht zu vergessen ist natürlich noch das Baby, das sich bis jetzt noch auf sich warten lässt. Morgen hat das Warten (und Roslyns Leiden) allerdings ein Ende, denn sofern heute Nacht nichts mehr passiert, wird morgen früh nachgeholfen.
Das Haus ist wirklich der Wahnsinn. Ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad (Jeeeeeah!) und alles hier ist sehr modern und schick. Und vor allen Dingen SAUBER. Meine angesammelte Wäsche habe ich mit Weichspüler gewaschen und gebügelt (!!!!) und ich habe das erste Mal seitdem ich in Neuseeland bin barfuß geduscht. Ein eigenes Auto bekomme ich in den nächsten Tagen übrigens auch ;) Hach ja. Hier kann man sich wirklich wohl fühlen. Sowohl von der Familie als auch vom Haus etc. kann man nur von einer 180° Wendung sprechen. Warum musste ich erst 2 Monate in einem Ort namens Te Aroha verschwenden? ... Mist!
Mein Leben hier ist relativ entspannt und trotzdem machen sich meine Gasteltern die ganze Zeit Sorgen um mich. Es könnte mir ja langweilig sein oder ich könnte mich überarbeiten (haha ^^) oder es ist zu kalt im Zimmer oder die Dusche ist nicht gut genug oder oder oder... ich versuche ihnen die ganze Zeit klar zu machen, wie gut es mir hier geht, aber das ist anscheinend noch nicht angekommen ;) Die Kids haben mich auch von der ersten Sekunde an in ihre Herzen geschlossen. Am ersten Morgen hatte ich erstmal Besuch von Oli, der meine Tür erst mit einem leichten Klopfen und später mit einer einzigen Bollerei auf die Probe gestellt hat. Nachdem Roslyn ihm gesagt hat, dass er das am nächsten Morgen nicht wieder machen soll, hat er nur geantwortet: "She is my friend as well!" :D
Nach dem ganzen Terror in den letzten Wochen kann ich mich jetzt entspannt in mein Bettchen legen und schlafen. Zum Glück! Denn nach gerade mal 24 Stunden "Obdachlosigkeit" eine neue Familie (die so toll ist) zu finden ist schon fast ein Wunder.

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