31.10.2010 - 8:03Uhr:

Verlängertes Wochenende in Coromandel = URLAUB!

Letztes Wochenende haben Anki, Andrea und ich in Coromandel verbracht. Coromandel ist dort, wo die Kiwis selber Urlaub machen und bei fantastischem Wetter und einem freien Tag extra (Montag war Labourday) war es definitiv Urlaub!!!

Am Freitagabend haben wir uns auf den Weg nach Coromandel Town gemacht. Es wurde zwar schon dunkel, es war aber noch lange genug hell um die wunderschöne Westküste zu betrachten. Die Straße war ziemlich eng und kurvig und wir dachten öfter, dass wir im Meer landen würden. Die Strecke war zwar purer Luxus im Gegensatz zu dem, was uns die nächsten Tage erwarten sollte, das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Gerade noch rechtzeitig vor Rezeptionsschluss haben wir dann unser Hostel in Coromandel Town erreicht. Ohne die Taschen auszulade ging es gleich weiter auf die Suche nach etwas Essbarem. Denn Dinner hatten wir natürlich noch nicht gehabt und es war mitlerweile 21:30. Was in Auckland überhaupt kein Problem ist, stellte sich hier allerdings als etwas schwieriger raus. Wir haben dann noch ein indisches Restaurant gefunden, das uns immerhin noch ein paar Takeaways fertig gemacht hat. Beim Supermarkt waren wir auch nur mäßig erfolgreich - wobei wir Glück hatten, dass er überhaupt offen hatte. Es gab zwar kein Toast mehr, aber irgendetwas "Frühstückbares" haben wir dann schließlich doch gefunden.
Am nächsten Morgen haben wir dann unsere Bay-Erkundungstour gestartet. Vor dem Start gab es natürlich erstmal Frühstück und danach eine Fahrt im Driving-Creek-Railway. Das ist ein kleiner Zug, der durch den Wald fährt und ursprünglich für den Abbau von irgendetwas genutzt wurde. Heute ist er von Touristen geflutet die sich den herrlichen Ausblick über Coromandel nicht entgehen lassen wollen.
Von dort aus haben wir uns dann auf den Weg zur Ostküste gemacht. Die "Straße" war der absolute Horror: kurvig, eng, schotterig. Unser erster Stopp war ein Aussichtspunkt, der ziemlich versteckt lag und auch nicht sooo perfekt war. Aber trotzdem ganz nett :) Er machte jedenfalls Lust auf unseren Ausflug.
Die erste Bucht die wir erreichten war (vermutlich) Tuateawa - nachdem wir Kennedy Bay erstmal verpasst hatten. Son Mist ;) Hier war es echt schön. Ein bisschen steinig, sehr klein und bis auf ein paar Leute, die krampfhaft versuchten ihr Boot ins Meer zu verfrachten, war niemand da. Die nächste Bucht war (wieder mal vermutlich) Little Bay. Diese Bucht war das absolute Highlight unseres Ausflugs. Es war wie im Traum. Einfach wunderschön. Glänzender Sand, blaues Meer, ein paar wunderschön gewachsene Bäume, die einem Kanu Schatten spendeten. Wow. Wir dachten, wir sind im Himmel ;) Und das Beste: Bis auf ein altes Ehepaar, das seinen Hund ausführte, war niemand da. Schaut euch einfach die Fotos an... Ich kann nicht beschreiben, wie wunderschön es war :)
Nächster Halt war (ja: vermutlich) Waikawau Bay. Hier haben wir unsere Lunch-Pause eingelegt. Es war immer noch atemberaubend schön und auch hier war kaum jemand zu sehen, aber Little Bay kann einfach nichts übertreffen.
An der Kreuzung - wenn man es so nennen darf - an der wir wieder zur Westküste gelangen konnten, haben wir uns entschieden weiter nach Norden zu fahren. Die Straße wurde immer schlimmer, aber wir wollten so weit fahren, wie es geht! Also ging es weiter nach Port Chales und anschließend zu Sandy Bay. Hier haben wir nur ein paar Fotos geschossen und haben uns dann auf nach Stony Bay gemacht. Wir wussten leider nicht, dass dieser Weg ein absoluter Graus wird. Wir dachten, schlimmer geht es eh nicht mehr. Aber da haben wir uns ganz offensichtlich geirrt. Von einem Warnschild haben wir uns auch nicht aufhalten lassen und somit sind wir frohen Mutes in unser Unglück gefahren. Eine Straße, die voll von Schlaglöchern ist und gerade mal breit genug für ein Auto ist, wird nämlich noch schlimmer, wenn man kein Landrover hat, mit dem man einfach durch die Schlaglöcher oder -rinnen fährt, oder wenn einem dicke Autos mit Booten auf dem Anhänger entgegen kommen, die nicht mal den Anschein gemacht haben, als würden sie bremsen wollen. Wir sind gefühlte 100 Mal gestorben auf dieser Strecke. Und wer sich jetzt fragt, warum wir nicht einfach umgekehrt sind: Haha! Wo denn? Es blieb uns also nichts anderes übrig als bis zu Stony Bay zu fahren. Dort angekommen sah mein Auto aus, als hätte es sich mit ein paar Ferkeln im Schlamm gesult und wir drei haben uns erstmal eine Auszeit genommen, bevor wir den Weg zurück angetreten sind. Stony Bay - wir waren hier :D (mit uns ein paar offensichtlich verrückte Camper...)
Nachdem wir dann endlich die Westküste erreicht hatten, war es schon relativ spät und wir waren uns nicht sicher, ob wir nochmal in Richtung Norden starten sollten. Wir hatten seit ca. 10 Minuten wieder eine richtige Straße unter den Reifen als uns ein netter "Fisher-Guide" riet, doch noch in den Norden hochzufahren. Als wir ihn fragten, wie die Straßenferhältnisse waren, meinte er, sie seien so wie hier. Also dachten wir uns nichts böses und sind gestartet. Nach nicht mal 30 Sekunden sind wir dann allerdings wieder auf einer Schotterstraße gelandet und haben uns leicht verarscht gefühlt. Im Nachhinein haben wir überlegt, ob er vielleicht den Untergrund meinte, auf dem wir zum Zeitpunkt unseres Gespräches standen - und nicht die Straße. Wie dem auch sei, wir waren also wieder auf einer doofen Straße.
Wir haben unseren letzten Stopp dann an einem Campingplatz an einer schönen Bucht gemacht, bevor wir entgültig den Heimweg angetreten sind. Während unserer Fahrt zum Hostel haben wir noch ungefähr 10 Mal angehalten um irgendwelche Fotos zu schießen, sind durch Colville, dem einzigen Ort nördlich von Coromandel Town wo man etwas kaufen oder tanken kann, gefahren und haben uns ein weiteres Mal ein paar Takeaways zum Dinner geholt. Endlich im Hostel angekommen, haben wir uns erstmal über Toiletten mit Spülung gefreut, denn den ganzen Tag über haben wir nur Plumpsklos beehrt, und sind dann tot ins Bett gefallen.
Sonntag haben wir uns dann auf den Weg zur Ostküste gemacht. Über die Road 309 wollten wir nach Hahei gelangen, um dort unsere Kayaktour zu starten. Unser erster ungeplanter Stopp war gleich am Anfang, als wir von einem Haufen Schweinen überfallen wurden. Eigentlich habe ich nur gebremst, um die die Straße überquerenden Schweinchen nicht zu überfahren, doch als ich immer langsamer wurde, kamen immer mehr von ihnen und ich war umzingelt. Andrea ist dann erstmal ausgestiegen und hat - wie sollte es anders sein - Fotos gemacht. Eins von ihnen war sooo winzig, das war nur 3/4 von Andreas Fuß :) Und eins war soo hässlich - das hat mir schon Leid getan :D
Weiter ging es dann mit einem kleinen Ausflug zu einem Kauri-Wald. Kauri sind verdammt große Bäume - nicht so richtig spannend, aber trotzdem ganz nett sowas mal zu sehen. Außerdem war dort noch ein siamesischer Kauri. Der war ziemlich cool =) Zwei Bäume, die aus scheinbar einer Wurzel entspringen.
Nächster Halt war eine kleine Imkerei, die Manuka Honig herstellt. Soll ja ziemlich beliebt und gesund sein dieser Honig. Aber ich mag trotzdem keinen :D
Leider haben wir auf der Road 309 den Wasserfall verpasst - so ein Mist.
In Hahei angekommen haben wir es uns erstmal am Strand ausgeruht um später bei der Kayaktour fit zu sein. Während Andrea und ich uns also auf den Weg zu Cathedral Cove gemacht haben, blieb Anki am Strand - keine Lust auf Kayak. Die Tour war wirklich lustig und einfach nur wuuunderschön, natürlich auch dank des immer noch supergutem Wetters. Bei einem Zwischenstopp bei der Cathedral Cove - logisch, das war ja auch unser Ziel - mit einem leckeren Latte Macchiato haben wir erstmal unzählige Fotos gemacht. Es war aber auch mal wieder atemberaubend. Danach gings weiter raus aufs Meer, wo wir um ein paar Inseln "gekayakt" sind ;) Der Weg von hier zurück zum Land war dann auch schon ganz schön anstrengend.
Nachdem wir wieder festen Boden unter der Füßen hatten, haben wir uns auf den Weg nach Whitianga gemacht, denn dort hatten wir unser Hostel gebucht. In Whitianga haben wir sogar ein nettes Restaurant gefunden, wo wir glücklicher Weise einen Platz ergattert haben, denn es war nicht gerade groß aber anscheinend sehr beliebt - zurecht. Das Essen hat wirklich super geschmeckt :) Ein schönes letztes Uraubs-Dinner.
Am Montag haben wir uns dann erneut auf nach Cathedral Cove gemacht, denn Anki war ja noch nicht da. Schon der Weg zum Parkplatz war absolut vollgeparkt und als wir merkten, dass das offensichtlich der Parkplatz ist, auf dem auch wir parken müssen, waren wir schon leicht am Verzweifeln. Aber wie das manchmal so ist, da hat man halt auch mal Glück ;) Das Auto vor mir war gerade ein paar Meter weiter, da fährt ein Auto aus einer Parklücke und schwubs, war ich auch schon drin bevor irgendjemand anderes sie gesehen hatte... Yeah :) Das war perfekt! Nicht perfekt war hingegen der Weg, den wir noch vor uns hatten. Dass wir 45 Minuten Laufweg vor uns hatten, wussten wir nämlich nicht. Es waren im Endeffekt zwar nur 25, aber bei knallender Neuseeland-Sonne ist das auch schon anstrengend genug. Unten angekommen haben wir es dafür aber um so mehr genossen. Wir haben uns wie am Vortag in "Lebensgefahr" begeben - die beiden Buchten sind nur durch einen Durchgang in einem Berg (blöde Beschreibung, ich weiß!) zu erreichen, der offensichtlich gerne mal ein paar Steine von der Decke fallen lässt - und haben noch ein paar Fotos gemacht. Andrea ist sogar schwimmen gegangen. Die Verrückte.
Nachdem wir den ganzen Weg zurück zum Auto gewandert sind und uns ein Eis gegönnt haben, ging es weiter zu unserem letzten Ziel dieses fantastischen Wochenendes: der Hot Water Beach. Dort sind heiße Mineral-Quellen am Strand und wenn Ebbe ist, kommen unzählige Verrückte an, die sich ihren eigenen kleinen Spa-Pool buddeln. Den perfekten Platz für den Pool zu finden, war jedoch gar nicht zu einfach. Anfangs waren wir an einem, der viel mehr kaltes Wasser als warmes Wasser hatte und somit nicht wirklich warm wurde. Auf der Suche nach einem neuen Platz haben wir uns dann auch noch fast die Füße verbrannt, denn es gibt einige Stellen, die man definitiv nicht betreten sollte. Autsch. Nachdem wir dann einen annehmbaren Pool gefunden hatten, haben wir einfach solange darin geplantscht, bis ein besserer frei wurde und wir ihn einnehmen konnten ;) So hatten wir später ein echtes Luxusexemplar... Da liegt man dann also in heißem Wasser am Strand bei strahlendem Sonnenschein und vergisst völlig, dass es Ende Oktober ist.
Danach ging es dann auch entgültig, wenn auch mit einer Stunde Stau, nach Hause - leider. Diesen Urlaub hätte man auch gut noch einige Tage weiterführen können ;)

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