28.12.2010 - 7:44Uhr:

Kirche in Neuseeland...

...ist einfach anders!! Am Wochenende vor Weihnachten war ich mit Anki und Andrea in der Albany City Church um uns Christmas on Broadway anzuschauen. Das war eine Gesangs- und Tanzshow, in der auch meine Zumbatrainerin mitgemacht hat (daher bin ich auch darauf gekommen, da hin zu gehen).

Anki und Andrea bekamen den ersten Schock schon beim Anblick der "Kirche" - die sieht nämlich ganz und gar nicht wie eine Kirche aus, sondern mehr wie ein Fabrikgebäude. Da ich das Gebäude jedoch schon von der Playgroup und vom Zumba her kannte, blieb mir zumindest dieser Schock erspart. Das war auch ganz gut, denn es folgten noch viele viele Eindrücke ;)
Schon als wir draußen noch darauf gewartet haben, in den Saal gelassen zu werden, wurden wir freundlich von allen Seiten begrüßt und jeder hatte offensichtlich das Bedürfnis, sich uns vorzustellen. Nebenbei wurden wir noch mit Snacks und Getränken verwöhnt. Als die Türen dann endlich geöffnet wurden, hatten wir eher das Gefühl in einer Schulaula oder ähnlichem zu stehen. Große Bühne, viel Technik und aufgereihte Stühle. Auf diesen nahmen wir und zahlreiche lustige Gestalten Platz. Z.B. alte Leute mit witzigen Weihnachtsmützen. Nachdem sich auch in den Sitzreihen jeder vorgestellt hatte, ging die Show los. Die war einfach nur unglaublich schön. Tolle Tänzer und großartige Sänger haben eine ziemlich coole Show auf die Bühne gezaubert, die einem heimwehgeplagten Au Pair schonmal die Tränen in die Augen treiben konnte. Davon, dass man sich in einer Kirche befindet, hat man nicht viel mitbekommen. Die Leute haben applaudiert und geschrien - vorallen Dingen ein Typ hinter uns, der anscheinend eine Party feiert :D
Nachdem die Show beendet war, gab es noch einen kleinen "Gottestdienst". Ich setze das extra in Anführungsstriche, denn erwartet nichts, was ihr unter einem Gottesdienst versteht. Der Pastor stand in Jeans und top-modischem Hemd auf der Bühne und hat mit dem Mikrofon herumhantiert, wie man es eher von einem Michi Meyer bei der Fussballweltmeisterschaft auf dem Schlossplatz kennt. Zudem gab es auch hier stets großen Beifall und Zwischenrufe. Beim Singen sind alle aufgesprungen und haben getanzt - ja, es war wirklich ein großes Fest, was die dort gefeiert haben. Selbst das Beten war anders! Der Pastor hat diejenigen, die ein Wunder brauchen aufstehen lassen und alle anderen haben ihre Hände nach ihnen ausgestreckt und für sie gebetet. Das war echt emotional...
Nachdem der Gottesdienst beendet war, gab es noch etwas zu essen und zu trinken. Marshmallows, Kekse, Kuchen... alles was das Herz begehrt ;) Nachdem Anki sich ein bisschen Mut angefuttert hat, ist sie dann zum Pastor gegangen um sich mit ihm zu unterhalten. Der hat sie erstmal mit einer Umarmung begrüßt :D Das Gespräch war ziemlich interessant und Don hat uns erstmal allen möglichen Leuten vorgestellt. Dabei hat sich gefühlte 100 Mal das gleiche Spiel abgespielt: I'm Ann. - Hi Ann. - I'm Andrea. - Hi Andrea. - I'm Maren. - PADEN???? Jaja... das mit meinem Namen wird hier einfach nix mehr ;)
Da Don uns auch noch nach unseren Handynummern gefragt hat, gab es an Weihnachten sogar eine Weihnachts-SMS vom Pastor - ziemlich cool :D Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die sich auch ein Weihnachtsprogramm für einsame Au Pairs ausgedacht hätten, wenn wir nicht bei unseren Familien gewesen wären. Danach haben die uns nämlich auch ganz besorgt gefragt. Hach ja, schon ziemlich anders hier, die Kirche. Wenn die deutsche Kirche sich davon ein paar Scheiben abschneiden würde, könnte man sich glatt überlegen, da öfter hinzugehen ;)

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